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Bücherecke: "Lotsen im Übergang". Rahmenbedingungen und Standards bei der Gestaltung von Übergängen für Pflegekinder.

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"Lotsen im Übergang". Rahmenbedingungen und Standards bei der Gestaltung von Übergängen für Pflegekinder.


Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe im Deutschen Institut für Urbanistik
Aktuelle Beiträge zur Kinder- und Jugendhilfe, 86, 2012, 172 S., DIN A4
Erscheinungsjahr: 2012
ISBN: 978-3-931418-93-9
Verlag: Deutsches Institut für Urbanistik
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Kurzbeschreibung:
Stabile Brücken für Pflegekinder bauen. Unter diesem Motto wurde auf der Tagung die Gestaltung der Übergänge bei Pflegekindern und dabei insbesondere die Rolle der Fachkräfte als "Lotsen im Übergang" aus sozialpädagogisch-forschender und rechtlich-organisatorischer Sicht diskutiert.

Es hat uns keiner "Tschüß" gesagt. Zu "bergängen im Erleben von Pflegekindern" stellte Prof. Dr. Klaus Wolf von der Universität Siegen aktuelle Forschungsergebnisse vor und ging aus Sicht der Pflegekinder u.a. auf die Frage ein: Wie erleben Pflegekinder Übergänge? Als ein "In die Fremde Kommen", als einen Wechsel an einen fremden Lebensort mit einem veränderten Beziehungsgefüge. Die Untersuchungen ergaben, dass vor allem Kontinuitätssicherung, eine vertraute Bezugsperson und "echte" Partizipation wichtig sind, damit sich Übergänge nicht als ein Entwicklungsrisiko erweisen. Übergangsphasen dürfen daher nicht zu einem "Open-End-Prozess" werden und Pflegekinder sowie Pflege- und Herkunftseltern dürfen weder allein noch im Unklaren gelassen werden.

Etwas Vertrautes mitnehmen … Jeder Übergang ist zeit- und ressourcenabhängig und jeder am Hilfeprozess Beteiligte hat Übergänge zu bewältigen. Unter der Leitfrage "Wie geht es Kindern, was brauchen Kinder, was braucht die Praxis, um Übergänge erfolgreich zu gestalten?" wurden Standards, Voraussetzungen und Rahmenbedingungen der Gestaltung verschiedener Übergänge in Arbeitsgruppen diskutiert. Weitere Good-Practice-Beispiele von öffentlichen und freien Jugendhilfeträgern zur Übergangsgestaltung wurden in Arbeitsgruppen vorgestellt und diskutiert.

Zum Schutz neuer Familienbeziehungen … setzt das SGB VIII im Zuge des Bundeskinderschutzgesetzes bei der Sicherung der Hilfekontinuität nun anders an. Die Übergangsgestaltung aus rechtlich-organisatorischer Sicht erläuterte Diana Eschelbach, Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht, Heidelberg. Sie stellte die Rechtsänderungen im § 37 und § 86 SGB VIII und deren Auswirkungen für die Praxis vor. Sie verwies darauf, dass die Kontinuitätssicherung durch das BKiSchG rechtlich gut angegangen worden sei. Ob das Ziel auch in der Praxis erreicht wird, gilt es nun zu prüfen. Die Regelung der Sonderzuständigkeit (§ 86 Abs. 6 SGB VIII) steht immer wieder in der Kritik. Hauptkritikpunkte sind u.a., dass der Zuständigkeitswechsel eher Diskontinuität verursache, zu einer ungleichen Verteilung der Hilfefälle zwischen Stadt und Land, zu einem hohen Verwaltungsaufwand sowie einer hohen Kostenbelastung für die Jugendämter im ländlichen Raum führe.

Die Brücke zu "früher"! Zum Thema "Biografiearbeit für Pflegekinder und mit Pflegekindern" referierte Heidrun Sauer vom Kompetenz-Zentrum Pflegekinder e.V. Sie betonte, dass jedes Kind das Recht hat, seine Identität zu behalten, hierzu biete Biografiearbeit den Pflegekindern die Chance, ihre spezielle Lebenssituation zu rekonstruieren und besser zu verstehen. Damit der Blick zurück den Blick nach vorn erleichtert, entwickelte das Kompetenz-Zentrum Pflegekinder e.V. das "Erinnerungsbuch", in dem das Leben des Pflegekindes kontinuierlich dokumentiert wird. Es soll beim Erinnern helfen und für Beständigkeit sorgen.

Puzzleteile zur Tagung … Die lebhaften Diskussionen auf der Tagung haben gezeigt, dass die Pflegekinderhilfe in Bewegung ist und das Thema "Übergänge" die Fachkräfte sehr beschäftigt. Zum Abschluss fasste Dr. Thomas Meysen, Fachlicher Leiter des Deutschen Instituts für Jugendhilfe und Familienrecht, die Sicht der Professionellen zusammen. Er betonte, dass die hohe Komplexität des Pflegekinderbereichs, die vielen verschiedenen Übergänge, die vielen unterschiedlichen Rahmensetzungen vor Ort etc. es erschweren, ein klares Gesamtbild zusammenzufügen, im Sinne von "So und nicht anders sind Übergänge zu gestalten". Er präsentierte im Plenum einzelne Puzzleteile der Herausforderungen, Problem- und Fragestellungen der Praxis für eine sichere Übergangsgestaltung.
(Quelle: Deutsches Institut für Urbanistik)


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